Die Linksfraktion plädiert für die Kennzeichnung von ungesunden Nahrungsmitteln. «Fett- oder zuckerreiche Kalorienbomben müssen beim Einkaufen auf den ersten Blick zu erkennen sein«, forderte Verbraucherschutz-Expertin Renate Adolph am Donnerstag in Potsdam. Sie verwies auf die am Mittwoch vorgestellte Nationale Verzehrstudie, nach der fast zwei Drittel der Männer und etwas mehr als die Hälfte der Frauen in Deutschland übergewichtig sind. Das sei ein »Alarmzeichen«. Nach Ansicht von Adolph muss sich die Landesregierung für eine einfache Lebensmittelkennzeichnung einsetzen.

Als Vorbild könne Großbritannien dienen. Dort seien mit einer »Ampelkennzeichnung» gute Erfahrungen gemacht worden. Dabei stünden grün für gesund und kalorienarm, gelb für teilweise gesund sowie rot für ungesund. Zudem müsse bereits in der Schule mit der Aufklärung über eine gesunde Ernährung begonnen werden, fügte die Linke-Politikerin hinzu. Dort sei auch ein gesundes Mittagessen gefragt, das sich alle Eltern leisten können. Für die Nationale Verzehrstudie im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung hatte das Karlsruher Max-Rubner-Institut 20 000 Bürger im Alter von 14 bis 80 Jahren untersucht. Der Studie zufolge ist jeder fünfte Deutsche fettleibig. Übergewichtig sind vor allem Menschen mit einem geringeren Niveau bei Bildung, Einkommen und sozialem Status. So waren 70 Prozent der Teilnehmer mit Hauptschulabschluss zu dick. Bei den Menschen mit Abitur und Fachhochschulreife waren es halb so viele.

Quelle: DPA




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