Mehr als die Hälfte der Bundesbürger schleppt zu viele Pfunde mit sich herum. Ebenso besorgniserregend: Jedes zehnte junge Mädchen ist zu dünn
Zwei Drittel der Männer und 51 Prozent der Frauen sind übergewichtig. Dies geht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa aus der ersten gesamtdeutschen „Nationalen Verzehrstudie“ hervor, die Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU) am 30. Januar in Berlin vorstellt. Die bislang größte solche Untersuchung zeigt ein weiteres Problem: Zehn Prozent der 17-jährigen Mädchen sind untergewichtig.
Nach Zahlen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) gilt als übergewichtig, wer einen sogenannten Body-Mass-Index (BMI) von 25 bis 30 hat. Dieser Kennwert wird aus dem Körpergewicht geteilt durch das Quadrat der Körpergröße errechnet. Bei erhöhten Werten steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Zuckerkrankheit (medizinisch: Diabetes). Nach Informationen der Stuttgarter Zeitung kommt darüber hinaus jeder fünfte Bundesbürger auf einen BMI von mehr als 30, was als fettleibig gilt.Auffallend sind die Unterschiede zwischen jungen Männern und Frauen: Während fast ein Drittel der 18- bis 29-jährigen Männer als übergewichtig gilt, sind fast zehn Prozent der unter 18-jährigen Frauen gemäß dem BMI zu dünn. Die Bundesbürger wissen offensichtlich auch zu wenig über das, was sie essen. Nur zehn Prozent der Befragten schätzen ihren Kalorienbedarf richtig ein.
Für die Studie wurden fast 20.000 Deutsche zwischen 14 und 80 Jahren zu Ess-Verhalten, sportlichen Aktivitäten, Einkaufspraxis und Lebensstil befragt. Die Ergebnisse sollen dem „Aktionsplan Ernährung“ der Bundesregierung als Grundlage dienen. Seehofer und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) wollen damit für gesündere Ernährung und mehr Bewegung sorgen.