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Von den Kollegen geärgert, von den Freunden vergessen, in der Familie nicht anerkannt – sozialer Stress lauert in vielen Bereichen des Lebens. Die Erfahrung kann sehr schmerzhaft sein. Doch damit leider nicht genug: Mediziner von der Wake Forest University in North Carolina (USA) haben nun herausgefunden, dass Sozialstress zu vermehrten Fetteinlagerungen im Bauchraum führen kann. Das wiederum begünstigt Ablagerungen in den Blutgefäßen und somit Herzprobleme.
Die Mediziner untersuchten diesen Vorgang bei Affenweibchen. Sie hielten die Tiere in Gruppen, sodass sich eine natürliche Rangordnung ausbilden konnte. Weibchen mit geringer sozialer Anerkennung wurden oft Ziel körperlicher Aggressionen ihrer Artgenossen. Außerdem waren sie auch häufig von der gemeinsamen Fellpflege ausgeschlossen.
Die Mediziner fütterten die Affen mit ungesunden, aber typisch westlichen Nahrungsmitteln. Reich an Fett und Cholesterin. Ihnen fiel auf, dass die niedriger gestellten und somit sozial stärker gestressten Affenweibchen am Bauch deutlich stärker zunahmen als die integrierten Gruppenmitglieder. Sie erklären das Phänomen durch die verstärkte Ausschüttung von Stresshormonen bei den unbeliebteren Tieren. Diese Hormone begünstigen die Fetteinlagerungen um die Mitte und auch zwischen den Organen.
Ihre Erkenntnisse wollen die Mediziner für den Menschen nutzen. "Wir durchleben eine Epidemie des Übergewichts", so die Studienleiterin Carol Shively, Pathologie-Professorin an der Wake Forest University. Ihren Angaben zu Folge gibt es in der westlichen Welt einen direkten Zusammenhang zwischen dem sozialen Status und dem Gewicht. "Menschen, die weniger Möglichkeiten haben sozialen Stress abzupuffern, entwickeln viel leichter gesundheitliche Probleme", so Shively.
Frauen und auch Affenweibchen besitzen eigentlich einen natürlichen Schutz vor Herzproblemen. Sie entwickeln diese in der Regel zehn Jahre später als die männlichen Kollegen. Doch auch dieser Schutz scheint mit der Zunahme von Bauchfett und sozialem Stress wegzufallen. Die Mediziner fanden heraus, dass die Eierstöcke der Affendamen, auf die dieser Zustand zutrifft, deutlich weniger schützende Hormone produzierten.
Nun wollen die Mediziner sich eingehend mit der Hormonproduktion übergewichtiger Frauen beschäftigen. Bis dahin gibt Shively den guten Ratschlag: "Die gesunde Ernährung im Blick behalten, viel Sport treiben und den Stress im Leben gering halten."
Quelle: Sophie Kelm / Wake Forrest University / GesundheitPro;
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