Selbst minimale Bewegung hilft massiv übergewichtigen Patienten, den Alltag

Deutlich übergewichtige Menschen können viel für sich tun, auch wenn sie nur etwas mehr Bewegung als gewohnt in ihren Alltag integrieren, berichten Forscher der amerikanischen Duke University auf der jährlichen Tagung der Obesity Society, einer Fachgesellschaft, die sich mit dem Thema Übergewicht beschäftigt.

Die Wissenschaftler untersuchten mehr als 1200 Probanden, die pro Woche nicht mehr als eine Stunde Sport oder Bewegung betreiben. Je mehr diese Studienteilnehmer sich bewegten, desto höher gaben sie ihre Lebensqualität an und desto besser schnitten sie ab, wenn es um alltägliche Aufgaben ging.

"Dinge, die die meisten Menschen als selbstverständlich ansehen, sind für schwer Übergewichtige einfacher, wenn sie regelmäßig Sport machen: sich anziehen, die Schuhe binden oder einfach nur gehen", sagt Duke-Forscher Martin Binks. Die Wissenschaftler schlossen in ihre Beobachtung so einfache alltägliche Hürden wie das Aufstehen aus einem Stuhl oder das An- und Ausziehen ein.

"Diese Menschen geben nicht an, viel Sport zu betreiben, trotzdem fühlen sie sich besser", sagt Binks. "Das unterstützt, was wir seit Jahren unterrichten: Keine Menge an Bewegung ist zu gering, um einen Unterschied zu machen. Und es hilft, egal was man wiegt."

Die Ergebnisse sind besonders interessant für deutlich Übergewichtige: Menschen, die dreißig, fünfzig oder noch mehr Kilogramm zu viel mit sich herumschleppen. Für diese Minderheit gibt es nur wenig Studienergebnisse, die einen Nutzen von regelmäßiger Bewegung zeigen. Die meisten Untersuchungen konzentrieren sich auf leicht übergewichtige Menschen.

"Wenn sie 50 Kilo zu viel wiegen, so wie der durchschnittliche Teilnehmer in unserem Programm, fühlen sich die meisten Menschen bereits besiegt. Sie haben Schwierigkeiten, sich zu bewegen und sie denken: Wozu der Ärger", beschreibt Binks das Dilemma massiv Übergewichtiger. "Unsere Studie zeigt, warum sie sich dennoch bemühen sollten. Es zeigt den Wert von Bewegung, egal wie übergewichtig man ist."

Die Ergebnisse der Duke University sind noch nicht in einem wissenschaftlichen Fachmagazin veröffentlicht, es handelt sich um vorläufige Ergebnisse, die beim Kongress der Obesity Society vorgestellt wurden. Die Obesity Society ist eine amerikanische Fachgesellschaft, die sich mit dem Thema Übergewicht beschäftigt. Die Gesellschaft finanziert sich zum Teil aus Unternehmensspenden, auch von Lebensmittelproduzenten.

Quelle: The Obesity Society / Duke University / GesundheitPro




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